Gruppentherapie
Fragen und Antworten

Ist eine Gruppentherapie das Richtige für mich?

Diese Frage höre ich häufig. Viele Menschen, die sich bei mir melden, wünschen sich zunächst ausschließlich Einzeltherapie. Das ist gut nachvollziehbar. Gleichzeitig beruhen manche Vorbehalte gegenüber einer Gruppentherapie auf Vorstellungen, die sich in der tatsächlichen Erfahrung nicht immer bestätigen.

Die systemische Gruppentherapie verbindet Gespräche mit praktischen und erfahrungsorientierten Übungen. Neue Perspektiven werden dadurch nicht nur besprochen, sondern können unmittelbar erprobt und erlebt werden.

Deshalb beantworte ich hier einige der häufigsten Fragen.

Was passiert eigentlich in einer systemischen Gruppentherapie?

Eine systemische Psychotherapiegruppe ist keine reine Gesprächsgruppe. Neben dem gemeinsamen Austausch arbeiten wir mit unterschiedlichen praktischen und erfahrungsorientierten Methoden.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • Perspektivwechsel und Reflexionsübungen,

  • Ressourcenübungen,

  • Arbeit mit Symbolen, Bildern oder Gegenständen,

  • Übungen zur Wahrnehmung eigener Bedürfnisse, Grenzen und Beziehungsmuster,

  • Rollenspiele und kleine Experimente,

  • Arbeit mit Stühlen, Bodenankern oder Positionen im Raum,

  • sowie systemische Aufstellungen.

Systemische Aufstellungen sind dabei nicht automatisch mit den bekannten Familienaufstellungen nach Bert Hellinger gleichzusetzen.

In der systemischen Psychotherapie können Aufstellungen sehr unterschiedlich, behutsam und auf das jeweilige Anliegen abgestimmt eingesetzt werden. Dabei lassen sich beispielsweise Beziehungen, innere Konflikte, Belastungen, Ressourcen oder verschiedene Handlungsmöglichkeiten räumlich darstellen.

Es geht nicht darum, vermeintliche Wahrheiten über eine Familie oder ein System festzustellen. Die räumliche Darstellung dient vielmehr dazu, Zusammenhänge sichtbar zu machen, unterschiedliche Perspektiven zu erproben und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Sie entscheiden jederzeit selbst, an welchen Übungen Sie teilnehmen möchten und wie weit Sie sich dabei einbringen.

Meine Probleme sind sehr speziell. Kann mir eine Gruppe überhaupt helfen?

Viele Menschen, die eine Therapie beginnen, haben zunächst das Gefühl, mit ihren Problemen allein zu sein.

Die Lebensgeschichten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer können sehr unterschiedlich sein. Häufig ähneln sich jedoch die Gefühle, Beziehungsmuster und inneren Konflikte, die hinter den jeweiligen Belastungen stehen. Dazu können beispielsweise Erschöpfung, Ängste, Selbstzweifel, Überforderung, Konflikte in Beziehungen oder der Wunsch gehören, festgefahrene Muster zu verändern.

In der systemischen Therapie geht es deshalb nicht darum, ausschließlich Menschen mit ähnlichen Diagnosen zusammenzubringen. Vielmehr eröffnet die Gruppe die Möglichkeit, voneinander zu lernen, unterschiedliche Sichtweisen kennenzulernen und neue Perspektiven auf die eigene Situation zu entwickeln.

Muss ich in der Gruppe sofort alles über mich erzählen?

Nein.

Sie entscheiden selbst, welche Themen Sie ansprechen möchten und was Sie zunächst für sich behalten. Niemand wird dazu gedrängt, persönliche Erfahrungen zu schildern oder sich stärker zu öffnen, als es sich zu diesem Zeitpunkt passend anfühlt.

Viele Menschen hören zu Beginn erst einmal zu und beobachten die Gruppe. Mit wachsendem Vertrauen fällt es häufig leichter, sich schrittweise einzubringen.

Bleibt das, was ich erzähle, vertraulich?

Vertraulichkeit ist eine zentrale Voraussetzung der Gruppentherapie.

Als Psychotherapeutin unterliege ich der gesetzlichen Schweigepflicht. Zusätzlich verpflichten sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Beginn der Gruppentherapie schriftlich dazu, persönliche Inhalte und Informationen aus der Gruppe nicht nach außen weiterzugeben.

Gleichzeitig entscheidet jede Person selbst, wie viel sie von sich erzählen möchte. Ziel ist ein geschützter und respektvoller Rahmen, in dem Offenheit schrittweise möglich werden kann.

Was passiert vor Beginn der Gruppentherapie?

Vor Beginn der Gruppentherapie finden zunächst Einzelgespräche statt.

In diesen Gesprächen lernen wir uns kennen und besprechen Ihre aktuelle Situation, Ihre Ziele, Ihre Erwartungen und mögliche Bedenken. Gemeinsam prüfen wir, welche Unterstützung für Sie zu diesem Zeitpunkt sinnvoll ist und wie die nächsten Schritte gestaltet werden können.

Sie müssen sich daher nicht bereits bei der ersten Kontaktaufnahme endgültig für eine Gruppentherapie entscheiden.

Ich habe bereits eine Gruppentherapie gemacht. Das war nichts für mich.

Gruppentherapie ist nicht gleich Gruppentherapie.

Die therapeutische Ausrichtung, die Zusammensetzung der Gruppe, die Atmosphäre und die Arbeitsweise können sich erheblich unterscheiden. Auch eine frühere ungünstige Erfahrung bedeutet daher nicht automatisch, dass jede Form von Gruppentherapie ungeeignet ist.

Die systemische Therapie legt besonderen Wert auf einen respektvollen, wertschätzenden und ressourcenorientierten Umgang miteinander. Der Blick richtet sich nicht ausschließlich auf Probleme, sondern auch auf Fähigkeiten, Stärken, Beziehungen und neue Handlungsmöglichkeiten.

In den vorbereitenden Einzelgesprächen können wir gemeinsam besprechen, welche Erfahrungen Sie bisher gemacht haben und welche Bedingungen Sie benötigen, damit eine therapeutische Gruppe für Sie hilfreich sein könnte.

Ich habe Angst, von anderen bewertet zu werden.

Diese Sorge ist gut nachvollziehbar und wird von vielen Menschen zu Beginn geäußert.

In der Gruppe achten wir auf einen respektvollen Umgang ohne Beschämung oder Abwertung. Unterschiedliche Sichtweisen dürfen ihren Platz haben, werden jedoch nicht dazu genutzt, jemanden zu beurteilen oder unter Druck zu setzen.

Viele Menschen erleben es als entlastend, festzustellen, dass andere ähnliche Gefühle, Zweifel oder Belastungen kennen. Gleichzeitig können Rückmeldungen aus der Gruppe dabei helfen, die eigene Wirkung besser zu verstehen und neue Erfahrungen im Kontakt mit anderen zu machen.

Warum empfehlen Sie überhaupt Gruppentherapie?

Gruppentherapie ist eine wissenschaftlich anerkannte und wirksame Form der psychotherapeutischen Behandlung.

Aus systemischer Sicht entstehen viele Schwierigkeiten, aber auch Veränderungen, im Kontakt mit anderen Menschen. In einer Gruppe können eigene Denk-, Gefühls- und Beziehungsmuster sichtbar werden, die im Alltag häufig automatisch ablaufen.

Gleichzeitig bietet die Gruppe die Möglichkeit,

  • unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen,

  • eigene Verhaltensweisen besser zu verstehen,

  • neue Formen des Umgangs miteinander auszuprobieren,

  • Unterstützung zu erleben und selbst Unterstützung zu geben,

  • Gemeinsamkeiten und Unterschiede wahrzunehmen,

  • und Veränderungen nicht nur zu besprechen, sondern unmittelbar im Miteinander zu erproben.

Als hilfreich werden häufig die Rückmeldungen anderer Gruppenmitglieder, das Erleben von Gemeinsamkeiten und das gemeinsame Entwickeln neuer Lösungen beschrieben.

Muss ich über dieselben Probleme sprechen wie die anderen?

Nein.

Die Themen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer können sehr unterschiedlich sein. Niemand muss sich an ein bestimmtes Thema anpassen oder Erfahrungen teilen, die nicht zur eigenen Situation passen.

Die Gruppe arbeitet nicht nach dem Prinzip, dass alle dasselbe Problem haben müssen. Entscheidend ist vielmehr, welche Gedanken, Gefühle, Beziehungen und Handlungsmuster für die einzelne Person bedeutsam sind und welche neuen Perspektiven sich daraus entwickeln können.

Was ist, wenn ich in einer Sitzung wenig sagen möchte?

Auch das ist möglich.

Nicht jede Person ist in jeder Sitzung gleich aktiv. Manchmal ist es hilfreich, zunächst zuzuhören, andere Erfahrungen auf sich wirken zu lassen oder erst später etwas Eigenes einzubringen.

Gleichzeitig lebt eine therapeutische Gruppe von der Beteiligung ihrer Mitglieder. Wie und in welchem Tempo Sie sich einbringen können, besprechen wir gemeinsam.

Was ist, wenn ich später merke, dass die Gruppe doch nicht zu mir passt?

Auch darüber können wir offen sprechen.

Mir ist wichtig, dass die Behandlung zu Ihrer aktuellen Situation passt. Deshalb beginnen wir mit Einzelgesprächen und überprüfen auch im weiteren Verlauf gemeinsam, wie Sie die Gruppe erleben und was Sie benötigen.

Eine Teilnahme soll nicht aus Druck entstehen, sondern auf einer nachvollziehbaren und gemeinsam besprochenen Entscheidung beruhen.

Kann ich auch Einzelgespräche erhalten?

Die vorbereitenden Gespräche finden zunächst im Einzelsetting statt.

Dort besprechen wir Ihre persönliche Situation, Ihre Ziele und Ihre Fragen. Die weitere Behandlung richtet sich nach dem vereinbarten therapeutischen Rahmen und den aktuell verfügbaren Kapazitäten.

Derzeit werden vorrangig Plätze im Rahmen der Gruppentherapie vergeben.

Wie läuft die Anmeldung ab?

Wenn Sie sich grundsätzlich eine Teilnahme an einer Gruppentherapie vorstellen können, können Sie mir über das Kontaktformular Ihren Namen, Ihre Telefonnummer und Ihre E-Mail-Adresse mitteilen.

Ich nehme Sie auf die Warteliste auf und melde mich bei Ihnen, sobald Termine für die vorbereitenden Einzelgespräche vergeben werden können.

Die Aufnahme auf die Warteliste stellt noch keine verbindliche Zusage für einen Therapieplatz dar.

Noch unsicher?

Falls Sie nicht wissen, ob eine Gruppentherapie für Sie geeignet ist, dürfen Sie sich gerne bei mir melden.

In den vorbereitenden Einzelgesprächen können wir Ihre Fragen, Erwartungen und Bedenken in Ruhe besprechen und gemeinsam prüfen, was für Sie zu diesem Zeitpunkt sinnvoll ist


Interesse an einer Gruppentherapie?

Senden Sie mir über das Formular Ihren Namen, Ihre Telefonnummer und Ihre E-Mail-Adresse. Ich melde mich bei Ihnen, sobald Termine für die ersten Einzelgespräche vergeben werden können.

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Pflichtangaben gem. § 6 TDG: Gesetzliche Berufsbezeichnung: Psychologische Psychotherapetin
Approbation: systemische Psychotherapie
Zugehörige Kammer: LandesPsychotherapeutenKammer Baden-Württemberg

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